Vulkantour Tag5
| Akropolis | Castello Lipari und Prähistorisches Museum | Kirche San Bartolo und normannischer Kreuzgang | Video Insel Lipari |
Die Nacht war unruhiger als auf einer relativ kleinen Insel erwartet. Die Autofähre Simone Martini hatte ihren nächtlichen Liegeplatz direkt unter unserem Fenster. Der schwere Dieselmotor lief die ganze Nacht bei hell erleuchteten Scheinwerfern, und verbreitete Gestank und Krach. Klar, dass ein Großteil der Umweltverschmutzung und Verschwendung von den Wasserfahrzeugen ausgeht, die EU wird's hoffentlich bald richten.
€ 54,4 pro Person
Jeden Morgen wird die Insel in aller Frühe lautstark vom Müll entsorgt, der, ebenfalls per Schiff, mit der "Green Lipari" nach Napoli geschippert wird. Mülltrennung war (noch) kein Thema, obwohl diese in anderen Teilen Italiens bereits gut organisiert ist.
Ein klarer sonniger Tag empfing uns. Um uns an die Insel und die sommerlichen Temperaturen zu gewöhnen, widmeten wir dem viel gepriesenen prähistorischen Museum im Castello, der Akropolis, einen Besuch.
Seit der Steinzeit wurde der Berg am Hafen von Lipari besiedelt und bildete eine Festung und Aussichtspunkt. Dadurch, dass Bauten der aufeinanderfolgenden Zeitalter nicht immer zerstört, sondern von Erde und Sand begraben wurden, wurden bei Grabungen historische Schätze entdeckt.
Archäologische Ausgrabungen städtischer Strukturen sind vor dem Museum zu sehen. Die am tiefsten liegenden Ruinen stammen aus der Bronzezeit, darüber sind Reste von Bauten aus griechischer und römischer Ära zu sehen.
Der archäologische Park mit dem antiken Theater war ein Friedhof und enthält die Sarkophage aus griechischer und römischer Epoche.
Von dieser Seite des Castelberges aus hat man einen tollen Blick über den kleinen Hafen mit den netten Restaurants und Bars, Marina Corta.
Die auf Lipari gefunden Ausstellungsstücke geben einen interessanten Einblick in das Leben unserer neolitischen Vorfahren, die die Insel vor 6000 Jahren besiedelten.
Ausgrabungen von Urnen, Sarkophagen, Amphoren und Gefäßen sind beeindruckende Zeitzeugnisse der im Laufe der Geschichte voranschreitenden Herstellungstechnologie und künstlerischen Vervollkommnung der Haushaltgegenstände.
Das durch die vulkanische Tätigkeit entstandene Obsidian ist ein imposanter Beweis dafür. Der glänzende schwarze Stein bricht mit sehr scharfen Kanten, an denen man sich leicht verletzen kann. Dies wurde ausgenutzt und durch geschicktes Brechen des Obsidian wurden scharfe Klingen gebrochen, die wohl als erste bekannte Schneidwerkzeuge vor der Bronzezeit bezeichnet werden können. Die Klingen ließen sich sowohl als Werkzeug als auch als Handelsgut gut einsetzen.
Die Ausstellung von Fundstücken mit den sich verändernden Formen und Farben der Tongefäße zeigt die Entwicklung der einzelnen Epochen vom Zeitalter Capo Graziano, die Bronzezeit, die Besiedlung durch die Griechen und später durch die Römer.
Bereits im 11. bis 12. Jh. wurde an dieser Stelle von den Normannen ein Benediktinerkloster errichtet, das jedoch den Angriff durch Piraten nicht überlebte. Aus dieser Zeit ist nur der normannische Kreuzgang erhalten geblieben, der erst in den 70-er Jahren bei Ausgrabungsarbeiten wiederentdeckt wurde und dadurch außerordentlich gut erhalten geblieben ist. Der Eingang zum Kreuzgang erfolgt von der Kathedrale aus (Glastür an der rechten Seite).
Mitte des 16. Jh. wurde auf dem Platz des zerstörten Klosters die Kathedrale gebaut, die San Bartolo geweiht ist.
Ein Ruhetag sollte genügen, um gestärkt für den Stromboli zu sein.